Entscheidung im Streitfall: Rushour vs. Taschengeld – Analyse eines 15.000€ Mentorings Um die folgende Entscheidung transparent und nachvollziehbar zu machen, gehe ich nun detailliert auf die Sachlage ein. Der vorliegende Fall umfasst über 200 Nachrichten , daher bitte ich um Nachsicht, falls ich einzelne Aspekte übersehe. Ich habe mich intensiv damit auseinandergesetzt, um alle relevanten Punkte zu berücksichtigen und die Darstellung so übersichtlich wie möglich zu halten. Zunächst skizziere ich den Kern des Sachverhalts, bevor wir uns den übergebenen Leistungen widmen. Der Sachverhalt Der User @Rushour verkaufte dem User @taschengeld ein B2B-Mentoring für 15.000 € . Dabei muss erwähnt werden, dass Rushour ein Preismodell anwendet, bei dem das Mentoring nach jedem Kauf teurer wird . Der Preis von 15.000 € war angeblich für den letzten Kunden angesetzt, jedoch kann Rushour die vorherigen Verkäufe nicht nachweisen. Zusätzlich erwähnte Rushour mehrfach, dass @taschengeld das Geld durch "Callen" für ihn verdienen würde, und wollte ihn wiederholt als Caller einstellen. An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, warum @taschengeld als Caller arbeiten sollte, wenn er 15.000 € für ein B2B-Mentoring und nicht für ein Caller-Mentoring ausgibt. Ein weiteres Zitat aus den über 200 privaten Nachrichten verdeutlicht dies:„Da beschwert sich keiner. Lüg hier nicht rum. Der Typ wollte für mich callen, aber ich hab gemerkt, der will nur Methoden ausspionieren.“ Versprochene Inhalte des Mentorings Laut Zitat ging es bei diesem Mentoring um folgende Punkte: Aktives und bereits laufendes Projekt. Aktuelle Leads und: „Die Methode ist so aufgebaut, dass der Käufer unabhängig vom mitgelieferten Projekt jederzeit eigene Projekte aufsetzen und selbst täglich genug Leads generieren kann.“Daraus, dass der Kunde Leadquellen bekommt und sich selbst Leads besorgen kann, wurde dann: „Auch abgeliefert in Form von 110k Leads, die mehr als genug sind. Es gibt nicht mehr Leads, bei der Nische geht gar nicht, also was willst du denn?“Im weiteren Verlauf, zum Ende des Reports, kam dann diese Aussage: „Ich habe dir nicht versprochen, dass du selbstständig Leads generieren kannst und wirst, und ich habe dir 110k Leads gesendet. Wie viele willst du noch haben? Gibt doch nicht mehr Autohäuser, aber wenn das für dich ausschlaggebend ist, mach ich dir ein Tool klar, kein Problem.“ https://gyazo.com/7dc02d37a91c86f045f38e7717665fa0 „Du wirst am ersten Tag schon Überweisungen reinholen.“ https://gyazo.com/98bcac46dcc13115836fbe781c886e06 „Ich stelle dir ALLES, dazu gehört ein Running System.“ Marketing- und Trafficquellen werden offengelegt, sodass der Käufer versteht, wie die Leads zustande kommen. Die Methode ist so aufgebaut, dass der Käufer unabhängig vom mitgelieferten Projekt jederzeit eigene Projekte aufsetzen und selbst täglich genug Leads generieren kann. Käufer hat die Möglichkeit, nach Übergabe sofort zu starten, ohne weitere externe Dienstleister oder Wartezeiten – außer sich noch einen E-Mail-Provider zu buchen. Ergebnis- und Performanceversprechen Der Verkäufer bestätigte, dass mit der Methode ein wöchentliches Potenzial von mindestens 100.000 € realistisch erreichbar ist. Erste Leads und Ergebnisse sollten innerhalb von 24–48 Stunden möglich sein. Die Methode sei praxisbewährt , werde vom Verkäufer selbst genutzt und sei aktuell funktionsfähig. Was wurde tatsächlich übergeben? E-Mail-Listen (Leads) sind alt und mehrfach benutzt. Die übergebenen ca. 110.000 E-Mail-Adressen stammen nicht aus einer frischen Quelle, sondern wurden bereits vom Verkäufer selbst seit über einem Jahr "durchgespamt" (was er zugegeben hat). Die Listen sind verbraucht und haben teilweise auch gar nichts mit der Nische zu tun. Hierzu haben wir ein Video erhalten, das die zahlreichen Bounces klar zeigt: https://prnt.sc/Qk-55HygQDXk . Obwohl Rushour sich angeblich gut auskennt, hat er die Liste nicht einmal auf Bounces überprüft. Kataloge mit fehlenden Bildern, wichtigen Unterlagen und Dokumenten sowie ggf. Stempeln. Die drei übergebenen, identischen Nischen-Kataloge wurden nicht individuell oder vollständig fertig übergeben. Es fehlen eindeutig Bilder sowie bestimmte Listen, die sehr wahrscheinlich von Kunden angefragt werden. Wieder unvollständig. Kein Zugang zu eigenen Leads oder skalierbarem Traffic. Der Verkäufer gab keine funktionierende Methode an, wie man selbst neue, frische Leads aufbauen kann. Alles hing von seiner Aussage ab: „Mein Coder besorgt frische Leads für uns“, zu dem kein Zugang besteht und sowieso keine Garantie besteht, dass er wirklich frische bekommt wiederspricht auch der Aussage das keine externen oder andere Leute gebraucht werden. Kein vollständiges, eigenständiges Projekt übergeben. Das „laufende Projekt“ bestand lediglich aus drei Katalogen, einer Handvoll Bausteintexte und wenigen Minuten Support. Kein vollständiges Tutorial wie versprochen. Die Anleitung ist nicht abgeschlossen, nicht selbsterklärend und nicht sofort umsetzbar. An mehreren Stellen wird gesagt: „Mach ich dir später noch fertig“ oder „komm dann nochmal“. Keine professionelle Marketingstrategie offengelegt. Die eigentliche Methode, wie Leads generiert werden, wurde nicht erklärt. Rechnungstool zum Erstellen von Rechnungen. Dies ist lediglich eine einfache Google-Seite, die nicht annähernd gute Rechnungen erstellt. Kurioserweise wurde nach der Treuhänder-Einzahlung auf einmal geschrieben, es wäre besser, sich einen GFXler zu nehmen. Verdächtige E-Mail-Aktivität Die E-Mail-Adresse, über die später gespammt wurde, hat Rushour ausgerechnet einen Tag nach Kaufabsicht erstellt. Angeblich habe er alle Belege und Daten aus „Sicherheitsgründen“ gelöscht, gleichzeitig lässt er aber weiterhin fragwürdige Aktivitäten über diese Adresse zu. Dies wirkt äußerst verdächtig und lässt vermuten, dass er Informationen gezielt verschleiert. Diskussion der Forderungen und "Methode" Als Rushour auf die Punkte angesprochen wurde und darauf, dass ein Mentoring erst auszuzahlen ist, wenn es vollständig stattgefunden hat, erwiderte er, dass seine AGBs die sofortige Auszahlung des Geldes nach Übermittlung seiner Textdatei vorsehen würden. Dies betonte Rushour mehrfach mit den Worten: „Ich habe mit ihm klar abgemacht, dass er direkt nach Übergabe den TH freigibt, sonst hätte ich nicht mit ihm gehandelt.“ Scarface hatte Rushour daraufhin angeboten, dass der Kunde einen Teil seines Geldes zurückbekommt und das Mentoring wie ein richtiges Mentoring durchgeführt wird. Rushour bestand jedoch darauf, die 15.000 € sofort zu erhalten. Zitat: „Für mich gibt es nur eine Option, dass ich den User begleite: Direkte TH-Freigabe wie abgemacht, sonst gebe ich ihm einen Scheiß und ohne mich wird er keinen Erfolg haben. + wenn er sein Geld zurückbekommt, kriegt jeder seine Kataloge und seine Leads kostenlos for free.“ (Inklusive Drohung) Hier stellt sich die Frage, wie ein Mentoring nach Übergabe ausgezahlt werden soll, da ein Mentoring im Gegensatz zu einem Tutorial aus mehr als nur Text besteht. Zudem antwortete Rushour, nachdem er von der Moderation nach Nachweisen zu seiner „Methode“ gefragt wurde: „ Es handelt sich nicht um ein Tut, sondern Mentoring. “ Als ich Rushour darauf ansprach, warum er über 150 Nachrichten schreibt, von denen jede eine Seite lang ist, und mir das unseriös erscheint sowie den Eindruck erweckt, dass hier Druck besteht, an das Geld zu kommen, erhielt ich folgende Antwort: Er würde jede Woche 300.000 € machen und: „Ich proofe jetzt, dass ich nur letzte Woche 300k gefilled habe. Habe ich dich jetzt besser belehrt? Aber zum Glück bin ich auf niemanden angewiesen oder sonst was, ich fille täglich 6-stellig.“ Dies ist natürlich nicht zielführend, um einen Report zu lösen, und beeindruckt mich auch nicht. Scarface war sich unsicher und bat mich daher um meine Meinung, um eine Entscheidung treffen zu können. Nach der Entscheidung von Scarface stellte Rushour dann Scarface infrage und verlangte, dass Inigo oder Pwned sich diesen Fall ansehen hierzu muss gesagt sein das Inigo sich nicht mit B2B auskennt und Pwned kein Teammitglied ist. Auch ein Zitat von Rushour: „ Jetzt ist Scarface in der Konvi und will die Methode for free abgreifen. “ (Solche Aussagen kenne ich nur von Rippern; wir Moderatoren begehen keinen Betrug und bräuchten dafür auch keine Anleitungen.) Danach behauptete Rushour, er habe mit seinem Partner gesprochen: „Also habe ich noch mal Rücksprache mit Partner gehalten, ich verlange mindestens 10k für die Kataloge, Leads etc.“ Selbstverständlich sind die Leads und Kataloge keinesfalls 10.000 € wert, allein schon, weil sie bereits zuvor genutzt wurden.