wie lange braucht die polizei in deutschland um bspw bei betrug oder cybercrime zu ermitteln? sollte man bspw 2 jahre nach dem betrug noch angst vor einer HD haben? geht um einen kollegen welcher seit 2 jahren paranoia deswegen hat die polizei und staatsanwaltschaft haben sich noch nie bei ihm gemeldet. oder stellen die staatsanwaltschaften sowas schon nach x monaten ein
Kommt drauf an wie relevant du bist für die und wie deine Opsec war. Manchmal dauern Ermittlungen einfach lange, auch wenn die Opsec gleich Null ist. Kann auch nach 2 Jahren was in den Briefkasten reinflattern. Ich denke aber nicht das die nach 2 Jahren noch eine HD machen würden, da du schon längst alle Beweise vernichten könntest.
Es ist schwer zu sagen wie lange sowas dauern kann, zumal jeder Fall anders beurteilt wird und am Ende des Tages hängt es von der jeweiligen Staatsanwaltschaft ab, ob weitere gerichtspolizeiliche Ermittlungen vonnöten sind nach der sogenannten Erst-Auswertung von allen Spuren welches im Rahmen des Vorverfahrens (evtl. auch Ermittlungsverfahren) sichergestellt werden konnten. Vor rund zwei Jahren konnte ich mich in die E-Mail von eines meiner Vics hinein hacken und anschliessend konnte ich so nachverfolgen, wie seine Strafanzeige derzeit bearbeitet wird und es sah wie folgt aus: Die Polizei (LKA) hält alles, was gesammelt und ausgewertet werden konnte, in einem abschliessenden Ermittlungsbericht (oder auch "Rapport") fest und macht dies zuhanden einer jeweiligen Staatsanwaltschaft, welches aufgrund der Ortsabhängigkeit sich mit dem Fall betraut machen muss. Irgendein Staatsanwalt wird sich dies nochmals durchlesen und dann entscheiden, ob es wirklich für sinnvoll erscheint um weitere Ermittlungen anzurichten oder nicht. In diesem Fall hat er entschieden, dass das Verfahren sistiert (also pausiert) werden darf und das für so lange, bis "neue" Ermittlungsansätze auftauchen, welche für eine erfolgsversprechende und wirksame Aufklärung beitragen könnten. Das bedeutet also, dass vorerst gar nicht mehr ermittelt wird, einfach weil es nahezu hoffnungslos ist um überhaupt eine Identität ausfindig machen zu können. Wie wird so eine Entscheidung getroffen? Genau wie schon mehr oder weniger vorhin erwähnt, wird man die allerersten hinterlassenen Spuren durchgehen (IP Adresse führt zu VPN was nichts logged oder zu nem Vic, welcher aufgrund von beispielsweise Socks5 Proxies ins Visier geriet, Tel-Nummer führt zu irgendein Vic der vermutlich nichts mit dem zutun hat, E-Mail Adresse führt auch ins jenseits sowie alle weiteren hinterlassenen Spuren) um dann später eine "Risiko Bewertung" fällen zu können. Falls das Risiko, dass dieses Verfahren weiterhin keine erfolgsansprechenden Ermittlungsansätze liefert und es sogut wie aussichtslos wäre um eine Person ausfindig zu machen - welche man beschuldigen kann - liegt die Chance sehr hoch, dass das Verfahren einfach sistiert wird und das wird i.d.R. auch so halten bis zur endgültigen Verjährung. Anderes Szenario: Sehr schlechtes OPSEC Sollte jemand mit seinen Reallife Daten auf seinem Reallife Handy wo seine Reallife IP/Telnummer zu finden sind und eventuell mehrere Delikte / Vergehen (insbesondere gleichgelagerte Fälle) miteinander in Verbindung bringen kann, so ist die Chance deutlich höher, dass man früh oder später dir entweder direkt die Türe eintreten wird mit Haft- und Durchsuchungsbefehl (vorausgestzt der dringende Tatverdacht ist durchaus erhärtet) oder bei einem milderen Tatverdacht wird man mit einer Vorladung von der Polizei oder Staatsanwaltschaft rechnen müssen. Sollte man einen Brief erhalten, dann kann man dies als eine Vorwarnung erachten und so anfangen um bei sich überall aufzuräumen. Die Behörden schicken ungerne solche Briefe raus und fangen am liebsten direkt bei der Verfahrenseröffnung mit einer Hausdurchsuchung am frühen Morgen an, so damit du keine Chance hast um irgendwas an Beweisen zu vernichten. Es könnte - je nach Delikt und Schadenssumme - mehrere Monate bis wenige Jahre (vielleicht zwei Jahre) dauern, bis irgendwas passieren wird. Hier muss man immer denken, dass solche Vermögens- oder Finanzdelikte eine durchaus tiefere Priorität haben und man deshalb auch erst zu einem späteren Zeitpunkt mit strafprozessualen Massnahmen rechnen kann. Auch wenn schon zwei Jahre vergangen sind, muss es nicht heissen, dass das Verfahren sistiert/pausiert oder sogar ganz eingestellt wurde aber durch die Wahrscheinlichkeit liegt es sehr nahe, dass da momentan doch nicht weiter ermittelt wird = Das Ermittlungsverfahren gegen UNBEKANNT wurde vorab sistiert. Bei dieser langen Zeitspanne ist es durchaus erdenklich, aber eben, es kommt immer drauf an um was es geht und wie viel Schaden angerichtet wurde. Bei mittelmässigem OPSEC kann man auch gut davon kommen, bei sehr gutem OPSEC sowieso aber bei schlechtem OPSEC wo irgendwelche Lücken bestehen gibt es leider die Gefahr, dass man bei den Strafverfolgern als Zielperson gerät und so wird man zumindest in den polizeilichen Akten als eine beschuldigte oder verdächtige Person aufgeführt, was auch nicht sonderlich geil ist. Das war jetzt alles ausführlich sogut es geht und hoffe, dass ich damit etwas helfen konnte. MfG