Bei einer Hausdurchsuchung ist es wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben. Hier sind die wichtigsten Punkte, wie du dich verhalten solltest: 1. Ruhe bewahren: Auch wenn die Situation beunruhigend ist, versuche ruhig zu bleiben. Panik oder Aggressionen verschlimmern die Situation nur. 2. Durchsuchungsbeschluss zeigen lassen: Bevor du die Beamten in deine Wohnung lässt, verlange den Durchsuchungsbeschluss zu sehen. Dieser muss von einem Richter unterschrieben sein und den Grund der Durchsuchung sowie die betroffene Person und den Ort genau benennen. 3. Keine Aussage machen: Du bist nicht verpflichtet, dich zum Tatvorwurf zu äußern. Mache von deinem Schweigerecht Gebrauch und sage nichts zur Sache. Auch vermeintlich harmlose Gespräche mit den Beamten solltest du vermeiden. 4. Nichts unterschreiben: Unterschreibe keine Dokumente oder Protokolle, ohne diese vorher genau gelesen und verstanden zu haben. Im Zweifelsfall solltest du gar nichts unterschreiben. 5. Anwalt kontaktieren: Kontaktiere so schnell wie möglich einen Anwalt für Strafrecht. Dieser kann dich beraten und während der Durchsuchung anwesend sein. 6. Anwesenheit eines Zeugen: Wenn möglich, bitte eine Vertrauensperson als Zeugen hinzuzuziehen. Dies kann im Nachhinein hilfreich sein, um den Ablauf der Durchsuchung zu rekonstruieren. 7. Durchsuchung beobachten: Behinder die Durchsuchung nicht, aber beobachte sie genau. Mache dir Notizen über den Ablauf, die gefundenen Gegenstände und die Handlungen der Beamten. 8. Kopie des Durchsuchungsprotokolls: Verlang eine Kopie des Durchsuchungsprotokolls. Dieses enthält alle wichtigen Informationen über die Durchsuchung. Zusätzliche Hinweise: Leiste keinen Widerstand gegen die Beamten. Versuche nicht, Beweismittel zu vernichten oder zu verstecken. Kooperiere mit den Beamten, soweit es deine Rechte nicht beeinträchtigt. Bewahre alle Dokumente im Zusammenhang mit der Durchsuchung sorgfältig auf. Zusammenfassend lässt sich sagen: Bewahre Ruhe, informiere dich über deine Rechte und kontaktiere so schnell wie möglich einen Anwalt. Anwaltliche Notdienste: Viele Rechtsanwaltskammern und Strafverteidigervereinigungen bieten Notdienste an, die 24 Stunden erreichbar sind. Diese sind meist auf Strafrecht spezialisiert, da hier oft schnelles Handeln erforderlich ist (z.B. bei Festnahme oder Hausdurchsuchung). Beispiele: Bundesweit (Strafrecht): Es gibt verschiedene Notrufnummern, die regional unterschiedlich sind. Eine Übersicht mit einigen Beispielen findest du hier: https://strafrecht.net/anwalt/notdienst/ Dort sind z.B. Notdienste für Wiesbaden, Rheinland-Pfalz, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen/Sachsen-Anhalt aufgeführt.